By Vanessa Soriano
Niemals werde ich den Tag vergessen, als ich herausfand, dass meine Mutter mir ihre Schwangerschaft offenbarte. Im Nachhinein hätte man ihre Schwangerschaft schon schätzen können, aber als Kind hätte ich die Hinweise nie aufgegriffen. Am Donnerstag, dem 24sten Dezember 2009 schaute ich unter dem Weihnachtsbaum und fasste das letzte Geschenk an.
Meine Eltern hatten das Geschenk tief unter dem künstlichen Baum gesteckt und ich spürte die kratzenden künstlichen Tannennadeln als mein Arm blind um das Geschenk suchte. Meine Haare verwickelte sich sogar in den künstlichen Baum als ich das Geschenk gefunden hatte und versuchte, es hochzuheben. Ich erinnere mich ganz genau daran, da die Größe des Geschenks mich verwirrte. Auf dem kleinen Karton, schwerer als er sein sollte, klebte ein Aufkleber, auf dem der Text „aus der Werkstatt des Weihnachtsmanns“ stand. Der lange samtweiche rechteckige Karton sah wie ein Schmuckkästchen aus. Da wir vor ein paar Tagen bei Pandora in dem Einkaufszentrum einkaufen gingen, fragte ich meine Mutter, ob es ein Armband in dem Karton gab und sie sagte nur, dass ich den Karton aufmachen sollte. Also machte ich den Karton auf, bereitete mich auf Enttäuschung und sah einen positiven Schwangerschaftstest. Da ich das Wort dafür nicht wusste, nannte ich ihn ein „Pregnomometer“, als ich meine Mutter fragte, ob ein Schwangerschaftstest in dem Karton lag. Mit einem lächelnden Gesicht nickte sie ihrem Kopf und dann hielt sie die Hand meines Vaters.
Meine Augen wurden groß und ich, als acht Jährige, fragte, ob der Weihnachtsmann mir ein Geschwister brachte. Seit meinem vierten Lebensjahr bat ich meine Eltern um entweder ein Geschwister oder einen Hund. Ich hatte es immer gehasst, als Einzelkind zu leben. Auch auf Partys blieb ich allein, da es zu der Zeit kein anderes Kind in dem Freundeskreis meiner Eltern gab, also musste ich entweder allein spielen, oder mit Erwachsenen reden und als acht Jährige wusste ich nie welche Übel das Kleinere wäre. Mit einem Hund oder Geschwister würde ich endlich ein Freund mit wem ich auf einer Party oder zu Hause immer spielen könnte. Meine Mutter nickte mit ihrem Kopf und hielt ein Sonogramm hoch. Ich ließ sofort den Karton fallen und rannte zu meiner Mutter, um sie zu umarmen. Für den Rest der Party erzählte ich jedem, der mich ansprach, dass ich ein Geschwister bekommen wurde. Eigentlich wollte ich jedem den Schwangerschaftstest zeigen, aber meine Mutter meinte, dass die Idee eine Schlechte wäre.
Zu der Zeit wussten wir nicht, dass das Baby in dem Sonogramm ein Mädchen wurde, da meiner Eltern das Geschlecht noch nicht offenbarten, aber ich freue mich, dass das Leben so verlief. Ich besitze immer noch keinen Hund, aber meiner Meinung nach bleibt eine kleine Schwester das bessere Geschenk, da eine Schwester normalerweise länger lebt und verständlicher als ein Hund reden kann. Ich würde meine Schwester für nichts eintauschen. Heutzutage macht meine Mutter den Witz, dass meine zwölfjährige Schwester einen kleinen schwarzen Karton unter dem Weihnachtsbaum finden wird und meine Schwester hat Angst vor dieser Möglichkeit, da sie meint, dass sie schon genug Geschwister hat.


